1975

Ambulante Therapie und strategische Weichenstellungen

1975 starten im Aargau die ersten ambulanten Psychomotoriktherapiestellen. Die Nachfrage übersteigt die Erwartungen deutlich. Gleichzeitig prägen Platznot und grundlegende strategische Fragen die Entwicklung der Stiftung.

Was geschah in diesem Jahr

Zu Beginn des Jahres nimmt in Baden die erste Psychomotoriktherapeutin ihre Arbeit auf. Wenig später folgt in Aarau ein Praktikant. Damit entsteht ein neues ambulantes Angebot im Kanton. Die räumlichen Bedingungen sind jedoch provisorisch. In Baden steht der Rhythmiksaal des Hallenbads zur Verfügung, in Aarau ein Theoriesaal der Turnhalle. Für volle Pensen fehlen geeignete Räume. Die Platznot wird zur grössten Sorge des Jahres. In Baden kann zwar eine dritte Schulabteilung eröffnet werden, doch die ambulante Therapiestelle betreut statt der erwarteten 60 bereits 138 Kinder und Jugendliche. In Aarau werden verschiedene Varianten geprüft: zusätzliche Baracken, Auslagerungen oder neue Standorte. Vieles bleibt eine Übergangslösung. Gleichzeitig stellt sich die Stiftung grundsätzliche Fragen. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit der Betreuung von schwerstbehinderten Kindern. Soll ein spezialisiertes Angebot aufgebaut werden oder sollen bestehende Institutionen einbezogen bleiben? Auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen und kantonale Reformen verlangen nach Klärung. Entwicklungen in der Medizin und veränderte Behinderungsbilder werfen weitere Fragen auf. Ein Entscheid wird umgesetzt: Die gesetzlich vorgeschriebene Sechstagewoche wird eingeführt – mitten im Schuljahr und trotz organisatorischer Herausforderungen. Ein Gesuch für eine Telefonwandstation im Schulzimmer oder der rollstuhlgerechte Umbau einer WC-Anlage verdeutlichen, wie praktische Verbesserungen Schritt für Schritt realisiert werden.

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