1989

Krise im Schulheim Aarau – und ein starkes Team

Ein schwerer Konflikt erschüttert das Schulheim Aarau und führt zu einem Leitungswechsel. Gleichzeitig übernimmt das Team Verantwortung und hält den Betrieb aufrecht. In Baden kommt es ebenfalls zu einem Wechsel in der Leitung.

Was geschah in diesem Jahr

1989 wird zu einem der schwierigsten Jahre in der Geschichte der Stiftung. Ausgelöst durch die Geschlechtsumwandlung einer Mitarbeitenden entsteht im Schulheim Aarau ein tiefgreifender Konflikt, der weit über die ursprüngliche Situation hinaus eskaliert. Unterschiedliche Haltungen im Team, bei Eltern und in der Leitung führen zu Spannungen, öffentlichen Diskussionen und massiven Vorwürfen. Der Betriebsleiter tritt zurück, Eltern äussern Kritik an verschiedenen Aspekten des Schulalltags, und sogar Medien greifen das Thema auf. Mit einer Strafanzeige gegen den Stiftungsleiter erreicht die Krise ihren Höhepunkt – sie endet später mit einem Freispruch.

Trotz dieser belastenden Situation zeigt sich eine bemerkenswerte Stärke innerhalb des Teams. Die Mitarbeitenden übernehmen Verantwortung, halten den Betrieb über Monate ohne Leitung aufrecht und rücken den pädagogischen Auftrag ins Zentrum. Rückblickend wird die Krise auch als Auslöser für Lernprozesse und Weiterentwicklung verstanden. Erste organisatorische Konsequenzen folgen: Zur Entlastung der Leitung wird eine Assistenzstelle geschaffen – ein Schritt hin zu einer späteren Neuorganisation der Führung.

Parallel dazu finden wichtige personelle Veränderungen statt. In Baden übergibt die langjährige Betriebsleiterin Zita Keller die Leitung an Jürg Friedli und kehrt in ihre fachliche Tätigkeit als Logopädin zurück. Ihr Engagement bleibt prägend für die Institution.

Neben der Krise gehen positive Ereignisse beinahe unter: Kreative Projekte, wie ein preisgekröntes Spiel einer Aarauer Klasse, sowie ein gemeinsames, medienwirksames Schullager unter dem Motto «Zäme underwägs», zeigen die Innovationskraft und den Zusammenhalt der Schülerinnen und Schüler.

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